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Geringe Wertschätzung von Besitz und das Problem der Verschuldung  

Der Werbeslogan „Geiz ist geil“ einer bekannten Elektrofachmarktkette hat eine kontroverse Diskussion über die Käufermentalität ausgelöst. Sind die Kunden wirklich nur auf den niedrigsten Preis aus, auch wenn dabei die Qualität auf der Strecke bleibt? Generell lässt sich mittlerweile tatsächlich eine geringere Wertschätzung gegenüber dem Eigentum feststellen. Die Freude an erworbenen Produkten hält oft nur kurz, nach wenigen Monaten wird Vielfach schon nach Ersatz gesucht. Häufig noch gebrauchsfähige Gegenstände werden dann weggeworfen oder landen in der Abstellkammer – einfach, weil der Besitzer das Interesse daran verloren hat.

Ein häufig zu beobachtendes Phänomen: Je höher die Wochenarbeitszeit einer Person ist, desto häufiger werden Konsumobjekte als Ausgleich, Ersatzbefriedigung oder Belohnung für die geleistete Arbeit gekauft. Wirklich benötigt werden die Dinge oft nicht und meistens haben die Käufer auch gar nicht die Zeit, die erstandenen Objekte richtig zu nutzen. Eine Paradoxie unserer modernen Gesellschaft.

Die geringe Wertschätzung auf der einen und das Bedürfnis nach permanent neuen Produkten auf der anderen Seite haben eine weitere Konsequenz: immer mehr Geld muss ausgegeben werden, um dieses anhaltende Bedürfnis nach frischen Konsumgütern zu befriedigen. Vieles wird dabei auf Kreditbasis gekauft oder in monatlichen Raten abbezahlt. Kein Wunder, dass 0 %-Finanzierungen Hochkonjunktur haben. Hinzu kommen die kaum genutzten Abonnements für den Fitnessclub, das Sonnenstudio oder den Bezahlsender im Fernsehen. Schrittweise steigen die monatlichen Belastungen, während das Einkommen meist auf gleichem Niveau bleibt und in Krisenzeiten real sogar eher schrumpft. Das verfügbare Einkommen wird durch unser übertriebenes Konsumverhalten aufgefressen. Viele Menschen geraten dabei in die Schuldenfalle. Dementsprechend hoch ist die Zahl der jährlich eröffneten Verbraucherinsolvenzverfahren, wie Auswertungen des Statistischen Bundesamtes zeigen.


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Letzte Änderung: 17.01.2015

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