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Warum konsumieren wir?

Wenn man verstehen möchte, wie Konsum und Nachhaltigkeit zusammenhängen, muss man verstehen, warum wir konsumieren.

Konsum als Treiber der Volkswirtschaft

Der Konsum wird als Grundvoraussetzung für das regelmäßig von Wirtschaft und Politik propagierte Wachstum angesehen. Wachstum wiederum gilt als Motor unserer Volkswirtschaft. Dieser wird eine Vielzahl von Vorteilen gutgeschrieben. So stelle sie einen Großteil der Bevölkerung in Lohn und Brot und biete eine mehr als ausreichende Versorgung mit Nahrungsmitteln.

Modernen Volkswirtschaften wird ebenso nachgesagt, jedem Mitglied der Gesellschaft Zugang zu Bildung und Gesundheitsvorsorge zu ermöglichen. Sie kann dank sozialer Sicherungssysteme ein Auffangnetz für alle schlechter Gestellten und für die Schwächsten unserer Gesellschaft bieten. Des Weiteren gelten die Volkswirtschaften untereinander als Garant für politische Stabilität und als Hüter des Friedens. So erlebt zum Beispiel Mitteleuropa möglicherweise dank EU und Währungsunion eine der längsten Friedensperioden in der Menschheitsgeschichte.

Auch werden der Wohlstand für alle und der Zugang zum großen Warenangebot als Voraussetzung für Freiheit und Demokratie gesehen. Die meisten Industrienationen sind demokratische Staatssysteme.

Konsum bietet Abwechslung

Das schier unüberschaubare Angebot an Möglichkeiten bietet dem modernen Menschen eine Vielzahl an Alternativen, seinen Alltag, seine Privatsphäre, sein Leben zu gestalten. Die Möglichkeiten, die eigene Freizeit ansprechend, abwechslungsreich und spannend zu gestalten, waren nie größer als heute. Egal ob beim Abendessen, der Suche nach einem geeigneten Hobby, der Wahl des Urlaubsortes oder der Gestaltung der eigenen vier Wände; der Phantasie sind durch die Fülle an Möglichkeiten kaum Grenzen gesetzt. Es gibt beinahe nichts, was es nicht gibt.
Und der moderne Mensch macht von diesem Angebot dankend Gebrauch und lebt seinen Wunsch nach Abwechslung intensiv aus. Einen Verzicht auf das vielfältige Angebot können sich die meisten Menschen überhaupt nicht vorstellen und würden es vermutlich eher als Rückschritt in eine Zeit interpretieren, in der Güter und Waren nur begrenzt zur Verfügung standen. Kein Wunder, dass Konsumtempel wie Pilze aus dem Boden schießen.

Konsum und Individualisierung

Das vielfältige Warenangebot bietet eine weitere Möglichkeit: der/die Einzelne kann sich durch sein Konsumverhalten individualisieren, seine Persönlichkeit ausdrücken. Jeder hat die Möglichkeit, sich durch ein gezieltes Bedienen am Warenangebot selbst darzustellen, von anderen Menschen abzugrenzen und sich damit den eigenen individuellen Stempel aufzudrücken. Gleichzeitig schafft Konsum Identität und fördert den Gemeinschaftssinn. Menschen mit ähnlichen Vorlieben finden sich in Gruppen wie Modellbauern, Sportwagenliebhabern, Extremsportlern usw. zusammen. Was früher Familien und Religionsgemeinschaften waren, sind heute vor allem Konsumgemeinschaften. Auch dient der Konsum dazu, sich selbst zu inszenieren. Bestimmte Kleidung wird bewusst gewählt oder vermieden, bestimmte Musik bevorzugt, Marken werden gezielt nach ihrem Ruf und ihrem Image ausgesucht. Nicht umsonst werden Menschen mittlerweile durch Marketingexperten in sogenannten Lifestyle-Gruppen zusammengefasst. Egal ob sportlich, elegant, spirituell oder alternativ. Die Möglichkeiten, die eigene Persönlichkeit durch gezielten Konsum zu unterstreichen, sind so zahlreich wie das Warenangebot selbst. Gleichzeitig ist die Suche vieler Menschen nach Identität – nach Herausstechen aus der Masse – gewaltig.

Konsum erleichtert den Alltag

Das große Warenangebot ermöglicht es, sich den Alltag so angenehm wie möglich zu machen. Die vielen kleinen und großen Helfer, die die Hausarbeit erleichtern, verringern oder sogar abnehmen sollen, gehören ebenso dazu wie eine große Palette an Werkzeugen und Tools für den modernen Heimwerker. Das eigene Auto steht wie kein anderes Objekt für die Annehmlichkeiten einer modernen Gesellschaft. Vermittelt es doch uneingeschränkte Mobilität, Komfort und die Möglichkeit, sich den Tag so bequem wie möglich zu machen. Die große Anzahl von Fertig-Lebensmitteln soll der Alltagserleichterung dienen - ebenso die modernen Kommunikationssysteme, durch die alle notwendigen Informationen direkt zur Verfügung stehen und zeitnah an jede beliebige Person übertragen werden können. Gerade in Zeiten, in denen jeder Einzelne scheinbar immer weniger Zeit für sich selbst hat, vermittelt dieses vielfältige Angebot die Möglichkeit, den eigenen Stressfaktor deutlich zu reduzieren.

Konsum als Hobby

Nicht nur die Vielzahl der Möglichkeiten zu konsumieren ist als Grund für den Konsum zu nennen. Häufig wird nur des Konsums wegen konsumiert. Der Konsum ist zum Hobby geworden. Die regelmäßige Shopping-Tour als Belohnung für die anstrengende Arbeitswoche oder zu Monatsbeginn gehört ebenso zur Realität wie das bequeme Warenangebot im Internet. Und wer neben dem puren Einkaufserlebnis noch Spannung und Nervenkitzel möchte, kann auf Online-Warenbörsen wie Ebay und Co. das extra Einkaufserlebnis zusätzlich erhalten. Konsum wird als Erlebnis wahrgenommen. Reiseanbieter werben gar mit Shopping-Reisen in ferne Ziele, bei denen der Konsum im Mittelpunkt steht, ja zum Abenteuer wird.

Finden Sie hier: Adressen zum Thema Konsum vermeiden in der Rhein-Neckar-Region


Lesen Sie hier weiter: Was sind die Auswirkungen unseres Konsums?

 

Weiterführende Informationen und Quellen


Wikipedia: Konsumtempel

http://de.wikipedia.org/wiki/Konsumtempel


Lexikon der Nachhaltigkeit: Wachstumstreiber

www.nachhaltigkeit.info/artikel/wachstumstreiber_1836.htm


Prof. Dr. Gerhard Merk: Bestimmungsgründe des Konsums

www.wiwi.uni-siegen.de/merk/downloads/aufsaetze_oekonomik/konsum_determinanten.pdf

 

Letzte Änderung: 17.01.2015

 

 

 

 

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