Einrichtung und Möbel

Heutige Gebrauchsgegenstände haben eine geringere Lebensdauer als noch zu Großmutters Zeiten. Dies ist teilweise darauf zurückzuführen, dass wir gerne sehr individuell leben möchten, dies gerne so billig wie möglich und das Bedürfnis nach rascher Änderung haben. Daraus bedingt sich, dass die Qualität der Gegenstände, z.B. Möbel, nachlässt. Durch diese schnelllebigen Käufe verbrauchen wir jedoch immer mehr wertvolle Rohstoffe. Die zwar in vielen Fällen nachwachsend sind und auch wieder angebaut werden. Jedoch daraus wiederum eine Anbauweise der Monokulturen resultiert, die die Artenvielfalt stark dezimiert. Und auch die Vielfalt der Handwerksbetriebe ist auf eine übersichtliche Menge zusammengeschrumpft.
Es ist jedoch möglich, ohne diese Nebenwirkungen schön und nachhaltig zu wohnen, ohne auf Qualität und individuellen Stil verzichten zu müssen.

Es ist nicht wichtig, ausschließlich nachhaltig produzierte Einrichtungsgegenstände zu kaufen. Dazu sind die meisten aus finanzieller Sicht nicht in der Lage. Wichtig ist es, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass hinter der Einrichtung und den Möbeln die uns umgeben, Menschen und Materialien stehen. Die Menschen arbeiten häufig unter unsozialen Bedingungen. Und dem  Material wird häufig Umweltgifte zugesetzt, die dann auch wieder in die Raumluft entweichen können. Dies geschieht weniger, je älter die Möbel sind. Dies ist z. B. eine Möglichkeit, giftstofffreie oder -arme und nachhaltige Möbel zu kaufen, ohne dabei zu sehr den Geldbeutel zu strapazieren. Gebrauchte Möbel gibt es auf Flohmärkten oder in Antiquitätenläden, es gibt Tausch- und Schenkbörsen im Internet. Und natürlich gibt es mittlerweile Repaircafes, auch in der Metropolregion, die einem dabei helfen, ein kaputtes Möbelstück wieder zu reparieren.

Kauf von neuen Möbeln

Beim Kauf von neuen Möbeln, kann einiges berücksichtigt werden. Beachten Sie beim Kauf Ihrer Einrichtung die Strapazierfähigkeit von Möbeloberflächen und Bezügen, Belastbarkeit von Verschleißteilen, Reparaturmöglichkeiten und den -service des Herstellers/Händlers, die Qualität aller verarbeiteten Materialien (auch Schrauben u.a.) und fragen Sie nach der Lieferbarkeit von Ersatz- oder Ergänzungsteilen über mehrere Jahre. So ist es gewährleistet, dass das Möbelstück auch wieder repariert werden kann und nicht weggeschmissen werden muss.
Beim Kauf von Regalen und Büroschränken sollten sie besonders darauf achten, dass diese niedrige Schadstoffemissionen aufweisen. Oder nehmen Sie Möbel aus Metall: Diese sind, soweit sie nicht mit lösungsmittelhaltigen Lacken gearbeitet wurden, absolut formaldehydfrei und auch andere Schadstoffe gasen nicht aus.

Individuelle Anfertigung von Möbeln

Eine in mehrerer Hinsicht nachhaltige Anschaffung von Möbeln, ist die individuelle Anfertigung durch Handwerksbetriebe, zum Beispiel den Tischler. Hier werden Sie beraten und können das Holz, und weiteres Material das verarbeitet werden soll, gemeinsam mit den Fachleuten aussuchen. Auf diese Weise können Sie sicher gehen, dass die Möbel nach Ihren Kriterien hergestellt sind. Ihre Schwerpunkte können Sie nach eigener Priorität setzen, wie z.B. Benutzung von Holz aus heimischen Wäldern oder Verwendung von Ölen und Wachsen zur Oberflächenbehandlung.

Gütesiegel

Qualitätstests sind bei Möbeln sehr aufwändig, teuer und deshalb selten. Das verlässlichste Gütezeichen ist das ,Goldene M’.", welches von der "Deutschen Gütegemeinschaft Möbel" verliehen wird. Allerdings gibt es hierbei folgendes zu beachten: Im Gegensatz zu anderen Branchen werben die Möbelhändler nicht gerne mit diesem Gütezeichen, weil es die anderen Produkte abwertet. Deshalb findet man das "Goldene M" nur selten im Geschäft. Tipp: Auf den Internetseiten der DGM ist unter "Qualitätsmöbel" eine Liste zu finden. Das "Goldene M" ist übrigens ebenso wie der "Blaue Engel" ein Zeichen für einen hohen Umwelt- und Emissionsstandard.

Für Holz gibt es verschiedene Gütesiegel. So gibt es das FSC Gütesiegel und das PEFC Gütesiegel. Beide betrachten das Produkt unter nachhaltiger Forstbewirtschaftung und sozialen Arbeitsstandards. FSC ist international, PEFC ist das europäische Siegel. Auch darauf können Sie den Tischlermeister ansprechen. Auch in vielen Baumärkten wird Holz und Produkte aus Holz mit diesen Siegeln angeboten. Wichtig ist es, unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit und der sozialen Gerechtigkeit, kein Tropenholz zu kaufen. Oft werden die tropischen Bäume illegal gefällt und gehandelt. Außerdem werden dadurch wertvolle Wälder gerodet, was wiederum mehrere Folgen nach sich zieht. So wird zum einen der CO2-Speicher der Welt immer kleiner, Bodenerosion tritt an diesen Stellen ein, wodurch das Land schneller unfruchtbar wird. Und nicht zuletzt hat es soziale Folgen, da Einheimische von ihrer vertrauten Umgebung vertrieben werden. So müssen sie sich eine neue Lebensumwelt suchen, in der sie sich oft nicht zurechtfinden und in der sie häufig auch nicht willkommen sind. Und dies sind nur einige der Folgen.

Wohnaccessoires – was brauchen wir zum Wohlfühlen?

Das heutige Leben ist schnell und kurzlebig. Das spiegelt sich auch in unserem Wohnumfeld wieder. Häufig möchten wir eine Veränderung und kaufen uns neue Wohnaccessoires, die sehr günstig sind. Daher schmerzt es uns auch nicht, wenn sie nach kurzer Zeit wieder im Müll oder im Keller landen. Und so passt sich die Möbelindustrie unseren Wünschen und Bedürfnissen an und bietet entsprechende Accessoires an. Wir können die Einrichtung unserer Wohnung aber auch mal mit einem Spaziergang in der Natur verbinden. Hier gibt es vielfältige Naturmaterialien zu entdecken, die als passendes Accessoire in der Wohnung einen Platz finden können. Nebenbei können wir den Wunsch nach Veränderung leben, indem die natürlichen Veränderungen, wie z.B. der Lauf der Jahreszeiten, in der Wohnung ihren Platz finden. Auch hier gilt das Motto: so viel wie nötig, so wenig wie möglich. Gehen Sie respektvoll mit den Ressourcen der Natur um.
Eine weitere Möglichkeit der nachhaltigen Nutzung, ist das Verschenken und Tauschen von Einrichtungsgegenständen. Dies geht über Tauschmärkte, die in den meisten Städten angeboten werden. Sie können aber auch einen Flohmarkt besuchen oder ihren eigenen Garagenverkauf durchführen.

Adressen

Adressen zu Flohmärkten, Tauschbörsen und weiteren kreativen Ideen in Mannheim, Heidelberg, Ludwigshafen und der Region, finden Sie unter der Rubrik Konsum vermeiden in Konsumieren.

Weitere Adressen zu dem Thema Einrichtung und Möbel finden Sie unter der Rubrik Einrichtung und Möbel in Konsumieren.

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