Förderung des bürgerschaftlichen Engagements

Bund

Laut dem Wegweiser Bürgergesellschaft liegt die Zuständigkeit für die Förderung bürgerschaftlichen Engagements beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Förderrichtlinien). Öffentliche Fördermittel gewährt der Bund jenen gemeinnützigen Organisationen, deren Leistungen nicht durch den Markt gegenfinanziert werden. Diese Finanzierung findet als Zuwendungs- oder Leistungsvertrag statt. Während beim Zuwendungsvertrag eine Summe oder ein Differenzbetrag bis zu einer bestimmten Höhe quasi als Subvention vereinbart werden, tritt im Leistungsvertrag der Staat als Finanzier bestimmter festgeschriebener und -dotierter Leistungen auf. Ein Projekt - klar und überschaubar definiert in Bezug auf die Zielsetzung, den Zeitrahmen und die anfallenden Kosten - ist deutlich chancenreicher als Förderanträge, die in diesen drei Charakteristika nur unklare Aussagen treffen [14.1].

Aufgrund des Föderalismusprinzips in Deutschland tritt der Bund erst nachrangig und nur für bestimmte Projekte als Fördermittelgeber ein. Ein Projekt ist dann bundesweit interessant, wenn an daran mehrere Bundesländer beteiligt sind. Innovative Projekte, bei denen Erfahrungen gemacht und an interessierte Organisationen bundesweit weitergegeben werden können, sind ebenfalls förderungswürdig.

Die Stiftung Mitarbeit vergibt seit vielen Jahren Starthilfezuschüsse an kleinere lokale Organisationen mit geringen eigenen finanziellen und personellen Ressourcen sowie an neue Initiativen und Gruppen, die in den Bereichen Soziales, Politik, (Erwachsenen-)Bildung, Kultur, Umweltschutz, Gesundheit und Kommunales innovativ tätig sind. Wesentlich ist, dass beispielhaft aufgezeigt wird, wie Zusammenschlüsse von Menschen das Leben in unserer Gesellschaft mitbestimmen und mit gestalten können.

Bundesländer

Baden-Württemberg: Die Förderung bürgerschaftlichen Engagements ist seit den 1990er Jahren ein Schwerpunkt der baden-württembergischen Landespolitik. Das Landesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (LBEBW) bietet Städten, Gemeinden, Landkreisen, Verbänden, Vereinen und der Wirtschaft eine Plattforum, um gemeinsam mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern Rahmenbedingungen zur Förderung des Bürgerengagements zu schaffen und weiter zu entwickeln. Die Stabsstelle Bürgerengagement und Freiwilligendienste im Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren berät und unterstützt die im Netzwerk mitwirkenden Kommunen, Verbände und Organisationen auf dem Weg zu mehr Bürgerengagement und Bürgerbeteiligung.

Nachgeordnet sind das
Landkreisnetzwerk, das Bindeglied zu den 35 Landkreisen Baden-Württembergs ist. Es fördert die Zusammenarbeit von Fachkräften und Ehrenamtlichen in wichtigen Handlungsfeldern der Landratsämter sowie die zivilgesellschaftliche Weiterentwicklung der jeweiligen Region in Form von gemeindeübergreifend angelegte Anerkennungsveranstaltungen und Förderwettbewerben, bürgerschaftlichen Projekten und Initiativen ebenso wie die Bildung von landkreisweiten Netzwerken des bürgerschaftlichen Engagements.
StädteNetzWerk, dessen Federführung beim Städtetag Baden-Württemberg liegt. In den Förderaktivitäten des StädteNetzWerkes spielen vor allem die Qualifizierung und Vernetzung der Akteure aus den interessierten Kommunen und die Betonung des inneren Zusammenhangs beider Maßnahmen eine wichtige Rolle.
Gemeindenetzwerk, dessen Federführung beim Gemeindetag Baden-Württemberg liegt. Durch die Konzentration der Arbeit auf Schwerpunktthemen konnte eine große Resonanz in den Gemeinden erreicht werden. Es wurden neue Foren des interkommunalen Austausches geschaffen, die das Bewusstsein der Lösbarkeit von Problemen durch die Bündelung der Kräfte von Bürgerschaft, Politik und Verwaltung in der Bürgerkommune fördern. Die Weiterentwicklung eines fruchtbaren Zusammenwirkens von Haupt- und Ehrenamtlichen ist eines der Handlungsfelder.

Hessen: Die Landesehrenamtsagentur berät als Service-Stelle für Kommunen zu allen Fragen rund um das Ehrenamt. Sie unterstützt den Aufbau von Anlaufstellen für freiwillig Engagierte und beispielhafte lokale Initiativen und fördert den Austausch von Erfahrungen im Bereich der Engagementförderung. Darin enthalten sind die Kontaktadressen zu den Ansprechpartnern in den Gemeinden sowie zu den für das Gemeinwohl tätige Stiftungen und Unternehmen.

Rheinland-Pfalz: Zentraler Ansprechpartner zum Thema Engagementförderung ist die von der Staatskanzlei eingerichtete »Leitstelle Bürgergesellschaft und Ehrenamt«. Sie unterstützt und verbessert die aktive Teilhabe der Bürger/innen bei der Gestaltung eines lebendigen Gemeinwesens. Die Leitstelle vernetzt und koordiniert die Programme der Landesregierung zur Förderung von Ehrenamt und Bürgerengagement und stärkt den Dialog mit und in der Zivilgesellschaft in Rheinland-Pfalz.

Die zugehörige Website »wir tun was« enthält neben vielfältigen allgemeinen Hinweisen zum Ehrenamt, Bürgerengagement und Bürgerbeteiligung in Rheinland-Pfalz eine umfangreiche Vereinsdatenbank sowie

eine Ehrenamtsbörse.

Lesen Sie hier weiter: Kontaktadressen zum bürgerschaftlichen Engagement 

Weiterführende Informationen und Quellen

[14.1] Daniel Pichert: Erfolgreich Fördermittel einwerben - Tipps und Tricks für das Schreiben von Projektanträgen (2011). Arbeitshilfen für Selbsthilfe- und Bürgerinitiativen Nr. 42, Verlag Stiftung MITARBEIT, Bonn, 184 S., ISBN 978-3-941143-11-1

 

 

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