Gartenpflege

In der Natur fühlen sich viele Menschen wohl, sie können hier gut durchatmen und sich oft vom Alltag erholen. Pflanzen sind wichtig auch für unser Klima, lokal und global. Und sie sind nicht nur für den Menschen als Erholungsfaktor wichtig, sie dienen den Insekten als Nahrungsquelle und Lebensraum, was am Ende auch dem Menschen wieder zugute kommt. In dicht besiedelten Städten und Regionen können diese Lebensräume direkt in den Gärten, auf den Balkonen oder Innenhöfen gut angesiedelt werden. Wer keinen Garten oder Balkon hat, kann sich auch in der Nähe ein Stück Land pachten und darauf wirtschaften. Hierzu gibt es mittlerweile vielfältige Möglichkeiten. Zum einen gibt es in der Metropolregion sehr viele Kleingartenvereine, es gibt aber auch einige alternative Formen der gemeinsamen Bewirtschaftung, wie die Urbanen Gärten oder die solidarische Landwirtschaft. Um den Garten naturnah und nachhaltig zu gestalten und zu bewirtschaften, gibt es hier einige Tipps.

Gartentipps

Pflanzen für hungrige Bienen, Saatgut, Erntekalender... aktuelle Tipps finden Sie hier

Garten

Bei der Neu- oder Umgestaltung des Gartens, sollte darauf geachtet werden, möglichst wenig Flächen zu versiegeln. So kann Regenwasser direkt in den Untergrund abfließen und zur Grundwasserneubildung beitragen. Mit Mulch, Kies, Holzbohlen und anderen wasserdurchlässigen Belägen können die Gartenwege und Sitzplätze attraktiv und naturnah gestaltet werden. Auch die Materialien für Wege, Zäune und Gartenmöbel können sich harmonisch in die naturnahe Umgebung einfügen. Wird auf schadstoffhaltige Substanzen und Rohstoffe aus bedrohten Lebensbereichen (Torf, Tropenhölzer), verzichtet oder beim Holzschutz möglichst ungiftige Mittel (z.B. Mittel auf der Basis von Bor- oder Kalisalzen) eingesetzt, kann die Ernte unbedenklich genossen werden. Auch beim Kauf der Gartenmöbel kann ein Augenmerk auf langlebige und fair gewirtschaftete Produkte gelegt werden.

Erde

Torffreie Erde

Immer noch werden die meisten Qualitätserden aus Torf hergestellt. Doch haben sich mittlerweile viele Gartencenter auf die immer häufigere Nachfrage nach torffreien Erden eingestellt und bieten diese ebenfalls an. Durch den Abbau des Torfs in den Mooren werden wertvolle Lebensräume zerstört, die über Jahrmillionen gewachsen sind. Moor wächst in 10 Jahren einen cm. Durch den Abbau werden die Moore zuerst entwässert und dann gestochen. Dies schadet nicht nur der Erde, sondern auch den Tieren die dort leben. Auch das im Moor gespeichterte CO2 wird bei dem Vorgang freigesetzt. Sollen die noch bestehenden Moorgebiete in Europa weiterhin geschützt werden, sollte so viel wie möglich torffreie Erde eingesetzt werden. Viele Gartencenter bieten diese schon an. Eine weitere Möglichkeit torffreie Erde zu kaufen, ist der örtliche Bauhof, der in den meisten Fällen Muttererde und Komposterde anbietet.

Kompost

Wenn der Garten neu gestaltet wird und noch kein Komposthaufen vorhanden ist, kann im ersten Jahr auf gekauften Kompost zurückgegriffen werden. Bei der Kompostierung unserer Garten- und Bioabfälle in zentralen Kompostwerken entsteht wertvoller Kompost, der auch zu Blumenerden verarbeitet wird. In der Metropolregion gibt es zahlreiche Kompostwerke, die die Erde günstig verkaufen. Aber auch der Fachhandel bietet Pflanzerde, die Kompost, ersatzweise Rindenhumus, enthält. So wird der Verwertungskreislauf geschlossen.
Um einen Komposthaufen richtig anzulegen, gibt es wiederum einige verschiedene Möglichkeiten. Zum einen gibt es das geschlossene System, wie den Schnell- oder Thermokomposter, der gekauft und aufgestellt wird. Durch die dort entstehende Wärme, rottet das Grünzeug recht schnell und kann dementsprechend wieder im Garten eingesetzt werden.
Es gibt aber auch die offenen Systeme, die leicht selber zu bauen sind und daher auch günstiger. Es ist gut, wenn ausreichend Platz vorhanden ist, denn der Kompost soll einmal im Jahr umgesetzt werden. Aber auch hier kann schon im zweiten Jahr von der entstandenen Erde profitiert werden.

Balkon

In dicht besiedelten Städten und Regionen können die naturnahen Lebensräume direkt auf den Balkonen oder Innenhöfen gut angesiedelt werden. Es gibt mittlerweile viele vorgefertigte Wildblumen- und Staudenmischungen, sowie Gärtnereien die biologisch angebaute Sämlinge anbieten. Sie bieten die Grundlage für ein ausgeglichenes Kleinklima innerhalb der Stadt und bieten zudem den Augen Abwechslung und Erholung. Mit Pflanzen kommt ein kleines Stückchen Urlaub nach Hause, auf den Balkon. Selbst die Imker bevorzugen mittlerweile städtische Bereiche um ihre Bienenstöcke aufzustellen, denn die biologische Vielfalt in den Städten ist mittlerweile viel höher als auf dem Land. Dies ist bedingt durch die vielen Monokulturen. Es lohnt sich also in vielfacher Hinsicht, den Balkon oder Innenhof zu begrünen.

Dach- und Fassadenbegrünung

Sowohl die Dach- als auch die Fassadenbegrünung sind Formen von Bauwerksbegrünungen. Beides sind kontrollierte Formen der Begrünung und sie können mögliche Bestandteile des ökologischen Bauens sein. In der Stadt sind sie wichtige Grünstrukturen, die vielen Insekten und Vögeln als Lebens- und Nahrungsraum dienen. Aber auch die lokalklimatische Rolle sollte nicht außer acht gelassen werden. Dachbegrünungen spielen zb in der Regenwasserbewirtschaftung eine Rolle. Fassadenbegrünung kann, laut simulierten Studien, einen Beitrag zum Stadtklima und zur Stadtluft beitragen. Vor allem in Städten können Bauwerksbegrünungen einen guten Teil zum persönlichen Wohlbefinden beitragen, indem sie zur Stadtbegrünung beitragen und so auch einen Erholungswert für den Menschen darstellen.
Egal für welche der beiden Begrünungen Sie sich entscheiden oder ob Sie sich für beide entscheiden, ist es ratsam die Planung und Durchführung mit Hilfe von Fachexperten zu realisieren.

Dachbegrünung

Für die Dachbegrünung ist das richtige Fachwissen von großer Bedeutung. Um das Dach anlagentechnisch und nachhaltig zu bepflanzen und ein solides Biotop zu errichten, ist es wichtig über den Aufbau der Anlage die richtigen Kenntnisse zu haben. Ebenso über die Auswahl der Pflanzen für den jeweils richtigen Standort.
In der Dachbegrünung wird unterschieden zwischen der Intensiv- und der Extensivbegrünung.
Die Intensivbegrünung bedarf eines höheren Pflegeaufwands. Die Bepflanzung umfasst sowohl Rasenflächen als auch Stauden, Gehölze und Bäume. Sie sind in etwa vergleichbar mit bodengebundenen Flächen vergleichbar. Sinnvoll ist dieser Aufbau hauptsächlich auf Flachdächern.
Die Extensivbegrünung kann auf flachen und geneigten Dächern angepflanzt werden. Die Auswahl fällt hier eher auf Sukkulenten, Moose, Kräuter und Gräser. Die Extensivbegrünung bedarf keiner regelmäßigen Pflege, Kontrollgänge sollten ca. 1-2 Mal im Jahr durchgeführt werden.

Fassadenbegrünung

Bisher wurde Fassadenbegrünung in der Regel mit Kletterpflanzen realisiert - ggf. auch mit Spaliergehölzen. Inzwischen etablieren sich zunehmend Methoden, die auf direktem Fassadenbewuchs basieren. Hierzu werden die Fassaden als Vegetationsflächen ausgeführt. Man unterscheidet daher in Fachkreisen aktuell zwischen wandgebundener und bodengebundener Fassadenbegrünung - je nachdem wo der Fassadenbewuchs entsprießt, bzw. wurzelt. Zwischen der bodengebundenen (klassischen) und der wandgebundenen Fassadenbegrünung gibt es diverse Mischformen, z.B. Fassadenbewuchs aus etagenweise angeordneten Pflanzgefäßen.
Die klassische Fassadenbegrünung mit Kletterpflanzen kann durch Direktbewuchs mit selbstklimmenden Kletterpflanzen oder mit sogenannten Gerüstkletterpflanzen erfolgen. In Deutschland erhebt die „Richtlinie zur Planung, Ausführung und Pflege von Fassadenbegrünungen mit Kletterpflanzen“ (FLL e.V., Bonn, 2000) den Anspruch, den aktuellen Stand der Technik solcher Maßnahmen darzustellen. Eine neu bearbeitete Fassung wird 2013 verfügbar sein.
Die Kletterpflanzen – sowohl Selbstklimmer als auch Gerüstkletterpflanzen – haben sich auf schnelles Höhenwachstum spezialisiert. Sie wachsen auf einer Unterlage (z. B. Felsen, Baumstämme) oder um bzw. in einem Träger (meist Gehölz, aber auch Totholz). Dazu bilden sie nur minimale Stämme, die ausschließlich Versorgungsaufgaben erfüllen und erlangen damit Vorteile in der Konkurrenz um Licht, bzw. Sonnenstrahlung. Kletterpflanzen besitzen nicht die Fähigkeit sich selbst zu tragen. Dieser Aspekt ist für die Fassadenbegrünung mit Kletterpflanzen zunehmend wichtig, da moderne Fassaden häufig sehr begrenzt tragfähige Oberflächen aufweisen.

Adressen

Adressen für Mannheim, Heidelberg, Ludwigshafen und der Region, die bei der Planung und Gestaltung behilflich sein können oder die Ideen und weitere Anregungen geben können, finden Sie unter Konsumieren.

Veranstaltungen

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